Prozesse zu beschreiben ist eine Sache – sie so darzustellen, dass sie von allen Beteiligten verstanden werden, ist eine andere. Genau hier setzt BPMN 2.0 an. Die Business Process Model and Notation ist ein standardisiertes grafisches Notationssystem, mit dem sich Geschäftsprozesse klar und einheitlich visualisieren lassen.
Ob in der IT, im Prozessmanagement oder in der Organisationsentwicklung: Wer Prozesse strukturiert modellieren möchte, profitiert von einem gemeinsamen Standard. In unseren Prozessmanagement-Seminaren ist BPMN deshalb ein wichtiger Baustein, um Abläufe besser zu verstehen, darzustellen und weiterzuentwickeln.
In diesem Artikel erfahren Sie, was BPMN 2.0 ist, wie es funktioniert und welchen konkreten Nutzen die Notation in der Praxis bietet.
Was ist BPMN 2.0?
Business Process Model and Notation (BPMN) ist ein standardisiertes grafisches Notationssystem zur Darstellung von Geschäftsprozessen. Die Version 2.0 wurde 2011 von der Object Management Group (OMG) veröffentlicht und hat sich in der Praxis als de-facto-Standard in der Prozessmodellierung etabliert.
BPMN 2.0 definiert, welche Symbole für welche Prozesselemente verwendet werden – von einfachen Aufgaben und Ereignissen bis hin zu komplexen Verzweigungen, Verantwortlichkeiten und Nachrichtenflüssen. Das Ziel ist eine Darstellung, die fachlich verständlich und zugleich methodisch sauber ist – unabhängig von Sprache, Branche oder Unternehmen.
Ein weiterer Vorteil: BPMN 2.0 ist nicht nur lesbar für Menschen, sondern kann in vielen Fällen auch von Workflow-Systemen weiterverarbeitet werden. Dadurch entsteht eine Brücke zwischen fachlicher Prozessbeschreibung und technischer Umsetzung.
Die wichtigsten BPMN-Elemente im Überblick
BPMN 2.0 besteht aus vier Grundelementkategorien:
1. Flow Objects (Flussobjekte)
- Events (Ereignisse): Kreis-Symbole, die den Start, Verlauf oder Abschluss eines Prozesses markieren
- Activities (Aktivitäten): Rechtecke mit abgerundeten Ecken, die Aufgaben oder Teilprozesse darstellen
- Gateways (Verzweigungen): Rauten-Symbole, die Entscheidungen, Alternativen oder parallele Abläufe oder Zusammenführungen zeigen (XOR, AND, OR)
2. Connecting Objects (Verbindungselemente)
- Sequence Flow: Durchgezogener Pfeil – zeigt die Reihenfolge der Prozessschritte
- Message Flow: Gestrichelter Pfeil – zeigt Kommunikation zwischen Beteiligten
- Association: Punktierter Pfeil – verknüpft zusätzliche Informationen oder Hinweise mit einem Prozesselement
3. Swimlanes (Schwimmbahnen)
- Pools repräsentieren Organisationen oder Teilnehmer (z. B. Unternehmen, Abteilungen)
- Lanes unterteilen einen Pool in Verantwortungsbereiche (z. B. Vertrieb, Buchhaltung). So wird auf einen Blick klar, wer für welchen Teil des Prozesses zuständig ist.
4. Artifacts (Artefakte)
- Datenobjekte, Gruppen, Datenbanken und Anmerkungen ergänzen das Diagramm um Kontext, ohne den eigentlichen Prozessfluss zu verändern
BPMN 2.0 in der Praxis: Ein Beispiel
Stellen Sie sich den Bestellprozess eines Online-Shops vor: Ein Kunde löst eine Bestellung aus (Startereignis) → der Shop prüft die Verfügbarkeit (Aufgabe) → ein Gateway prüft, ob das Produkt vorrätig ist → bei Verfügbarkeit: Versand vorbereiten und Lieferung bestätigen → bei Nicht-Verfügbarkeit: Kunden benachrichtigen und Liefertermin kommunizieren → Abschluss der Bestellung (Endereignis).
Dieses einfache Szenario lässt sich in BPMN 2.0 präzise und eindeutig visualisieren – für alle Beteiligten verständlich, ohne dass ein einziges Wort erklärt werden muss.
Expertenperspektive: In Unternehmen, die Prozesse digitalisieren oder ERP-Systeme einführen, ist BPMN-Kompetenz ein echter Wettbewerbsvorteil. Projektleiter, die BPMN sprechen, kommunizieren auf Augenhöhe mit Entwicklern und Systemarchitekten – das spart Zeit, vermeidet Missverständnisse und beschleunigt Implementierungen.
Für wen BPMN besonders nützlich ist
BPMN ist vor allem für Menschen hilfreich, die Prozesse aufnehmen, analysieren oder weiterentwickeln:
- Prozessmanager und Business Analysten: BPMN ist Ihr Handwerkszeug zur Prozessdokumentation und -optimierung.
- Projektleiter und Projektmanager: Komplexe Projektabläufe lassen sich mit BPMN strukturiert darstellen und kommunizieren.
- IT-Fachkräfte und Entwickler: BPMN-Modelle können direkt in Workflow-Systeme überführt werden.
- Qualitätsmanager: BPMN erfüllt die Anforderungen an Prozessdokumentation nach ISO 9001 und ähnlichen Standards.
- Führungskräfte: Wer Prozesse steuern will, muss sie verstehen können – BPMN bietet die gemeinsame Sprache.
BPMN 2.0 in unseren Prozessmanagement-Seminaren
Bei der INCOVIS Akademie ist BPMN 2.0 ein zentraler Bestandteil unserer Prozessmanagement-Schulungen. Sie lernen die Notation nicht isoliert, sondern eingebettet in den Gesamtkontext: von der Prozesserhebung über die Modellierung bis zur kontinuierlichen Verbesserung.
Der Fokus liegt dabei auf der Anwendung im beruflichen Alltag: Unser Teilnehmenden sollen nicht nur die Symbole kennen, sondern Prozesse so darstellen können, dass sie intern verständlich, anschlussfähig und nutzbar sind.
Das gibt Ihnen nicht nur BPMN-Kompetenz, sondern das vollständige Handwerkszeug für professionelles Prozessmanagement.
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FAQ: BPMN 2.0 und BPMN Schulung
Wie schwierig ist es, BPMN 2.0 zu lernen?
Der Einstieg in BPMN ist für die meisten Fachkräfte gut handhabbar – die grundlegenden Elemente sind überschaubar und innerhalb weniger Stunden verständlich. Die Herausforderung liegt im konsistenten und fehlerfreien Modellieren komplexer Prozesse. Eine strukturierte Schulung beschleunigt den Lernprozess erheblich und bewahrt Sie vor typischen Anfängerfehlern, die sich sonst hartnäckig festsetzen.
Gibt es eine Zertifizierung für BPMN?
Ja. Die Object Management Group (OMG) bietet offizielle OCEB-2-Zertifizierungen (OMG Certified Expert in BPM) an, die BPMN-Kenntnisse auf verschiedenen Niveaus prüfen. Darüber hinaus bieten viele Weiterbildungsanbieter – darunter die INCOVIS Akademie – eigene Teilnahmezertifikate an, die Ihre erworbenen Kompetenzen dokumentieren.
Welche Vorteile bietet BPMN 2.0 in der Praxis?
BPMN 2.0 ermöglicht eine klare und einheitliche Darstellung von Geschäftsprozessen, die sowohl von Fachabteilungen als auch von der IT gut verstanden wird. Dadurch werden Missverständnisse reduziert, Abläufe transparenter und Prozesse besser vergleichbar und optimierbar. Besonders hilfreich ist die standardisierte Notation, die eine konsistente Dokumentation über Teams und Organisationen hinweg ermöglicht.
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Ihr Einstieg in professionelle Prozessmodellierung
BPMN 2.0 ist mehr als ein Werkzeug – es ist die gemeinsame Sprache zwischen Fachbereichen und IT. Wer sie beherrscht, gestaltet Digitalisierungsprojekte aktiv mit statt nur zuzuschauen. Entdecken Sie unsere Prozessmanagement-Seminare und machen Sie sich fit für die Anforderungen moderner Prozessarbeit.